„Mehr als eine Messe“: Drei Fragen an … Shem Baldeosingh, GINN

3. September 2025

Die Tabak Zeitung // Die InterTabac rückt immer näher. DTZ wollte von bekannten Branchenvertretern wissen, was sie von der diesjährigen Messe erwarten. Heute: Shem Baldeosingh vom Global Institute for Novel Nicotine (GINN).

Was bedeutet die Messe InterTabac für Sie persönlich und für Ihren Verband?


Shem Baldeosingh: Die Veranstaltung ist weit mehr als eine Messe – sie ist eine Plattform für einen Austausch, bei dem Ziele der öffentlichen Gesundheit, Innovation und regulatorische Zusammenarbeit zusammenkommen. Für mich persönlich und für GINN bietet sie die Chance, Brücken zwischen den vielfältigen Akteuren in der Branche für alternative Nikotin-Produkte zu schlagen. Im vergangenen Jahr hat sich unsere Zusammenarbeit von gemeinsamen Interessen hin zu konkretem Handeln entwickelt. Von der Ausrichtung mehrsprachiger Panels bei Evo Nxt bis hin zur Unterstützung internationaler Round Tables in Dubai haben wir erlebt, wie die Messe Vertrauen, Wissensaustausch und pragmatischen Dialog fördert. Unsere Partnerschaft in Dortmund spiegelt unser gemeinsames Engagement für eine intelligentere und sicherere Zukunft des Nikotinkonsums wider. Es geht nicht nur darum, was neu ist, sondern darum, was verantwortungsvoll ist.

Wie positionieren Sie Ihren Verband im aktuellen Umfeld?


Baldeosingh: GINN steht an der Schnittstelle, nicht auf einer Seite. Wir erkennen alle Anliegen als berechtigt an: Regulierung ist unerlässlich, Gesundheitsschutz nicht verhandelbar und wirtschaftliche Freiheit ermöglicht erwachsenen Konsumenten den Zugang zu sichereren Alternativen. Unser Ziel ist es nicht, die Spannungen zwischen diesen Kräften zu beseitigen, sondern sie produktiv zu gestalten. Wir setzen uns für evidenzbasierte, risikogerechte Regulierungen ein: Maßnahmen, die Jugendliche und die öffentliche Gesundheit schützen, gleichzeitig aber Innovation und Wahlfreiheit für Konsumenten fördern. In der Praxis bedeutet dies, kindersichere Verpackungen, klare Kennzeichnungen und strikte Altersbeschränkungen zu unterstützen, während wir uns gegen unnötige Verbote wehren.

Was treibt derzeit den Markt für neuartige Nikotinprodukte voran?


Baldeosingh: Drei zentrale Kräfte prägen den Markt – Technologie, Konsumentenverhalten und Regulierung. Verbraucher suchen nach sauberen, diskreten und individuell anpassbaren Alternativen zum Rauchen. Innovationen wie rauchfreie orale Produkte, synthetisches Nikotin und fortschrittliche Systeme zur Nikotinabgabe kommen dieser Nachfrage entgegen. Gleichzeitig zwingt die Regulierung etablierte Produkte zur Weiterentwicklung und schafft sowohl Chancen als auch Herausforderungen für neue Produktkategorien. Weltweit beobachten wir einen Wandel: Einige Länder integrieren neuartige Produkte in ihre Strategien zur Rauchentwöhnung, während andere strikte Verbote verfolgen. Klar ist, dass die Zukunft des Nikotinkonsums weg von der Verbrennung führt. Die Herausforderung besteht darin, diesen Übergang sicher, gerecht und mit Integrität zu gestalten.