Revision der EU-Tabakproduktrichtlinie: Jetzt beginnt die nächste kritische Phase
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Die Tabak Zeitung // Die Überarbeitung der EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD) tritt in eine entscheidende Phase. Nach einer Reihe von Konsultationen und Bewertungen im Laufe des Jahres 2026 steuert die Europäische Kommission nun auf die Veröffentlichung ihres Gesetzesvorschlags zu, der für das vierte Quartal 2026 erwartet wird. DTZ bringt ein Update von Tobacco Europe.
Die Ausgangsfrage lautet: Wo stehen wir im Prozess? Mehrere wichtige Meilensteine wurden bereits abgeschlossen:
Evaluierungsbericht (April 2026): Die Kommission veröffentlichte ihre Bewertung der aktuellen Tabakprodukt- und Tabakwerberichtlinien. Sie kam zu dem Schluss, dass der Rechtsrahmen aktualisiert werden sollte, um den Entwicklungen auf dem Tabak- und Nikotinmarkt Rechnung zu tragen.
Aufruf zur Stellungnahme („Call for Evidence“, beendet im Juni 2026): Dieser offene Aufruf lud zu ersten Einschätzungen und Nachweisen über mögliche Überarbeitungen ein und erbrachte mehr als 80.000 Einreichungen. Eine überwältigende Mehrheit – über 90 Prozent der Rückmeldungen – sprach sich gegen weitere Einschränkungen aus.
Öffentliche Konsultation (beendet im August 2026): Die strukturierte Umfrage der Kommission erfasste Rückmeldungen von Bürgern, Unternehmen und Organisationen aus ganz Europa. Trotz des komplexen und oft irreführenden Designs gingen knapp 40.000 Antworten ein.
Zusammengenommen deuten diese Entwicklungen auf einen restriktiveren Regulierungsrahmen hin – insbesondere für neuartige Nikotinprodukte, Aromen, Verpackungen, Kennzeichnungen und Werbemaßnahmen. Während die finalen Entscheidungen noch ungewiss sind, zeichnet sich die Marschrichtung immer deutlicher ab.
Tobacco Europe dankt allen Teilnehmern entlang der gesamten Wertschöpfungskette – darunter Anbauer, Lieferanten, Hersteller, Händler, Einzelhändler und Verbraucher –, die sich am Konsultationsprozess beteiligt haben. Ihre starke Beteiligung unterstreicht die Bedeutung der Branche und ihre Bereitschaft, evidenzbasierte Perspektiven einzubringen. Bislang wurde den Auswirkungen weiterer Restriktionen auf Unternehmen, Investitionen, Innovationen, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze in der europäischen Tabak- und Nikotinwertschöpfungskette jedoch nur geringe Aufmerksamkeit geschenkt. Diese Konsequenzen verdienen neben den Zielen des öffentlichen Gesundheitsschutzes eine sorgfältige Prüfung.
In den vergangenen Monaten stand Tobacco Europe im Rahmen regelmäßiger Präsenztreffen im Austausch mit den Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette, lieferte neueste Updates aus Brüssel und moderierte Diskussionen über die aktuelle Tabakgesetzgebung.
Was steht bevor und wie können sich Interessierte einbringen?
Es wird erwartet, dass die Kommission ihren Vorschlag zur TPD-Revision im vierten Quartal veröffentlicht. Darauf folgt im ersten Quartal 2027 eine Online-Feedback-Phase, in der Stakeholder den Text kommentieren, Bedenken äußern und zusätzliche Evidenzen einreichen können.
Diese Feedback-Phase dürfte die letzte Gelegenheit für Stakeholder sein, sich Gehör zu verschaffen, bevor der Vorschlag in die politische Phase der Entscheidungsfindung eintritt.
Tobacco Europe ruft alle Akteure nachdrücklich dazu auf, engagiert zu bleiben und sich nach Eröffnung der Feedback-Phase zu beteiligen. Fundierte, evidenzbasierte Beiträge werden essenziell sein, um die praktischen Auswirkungen der vorgeschlagenen Maßnahmen auf Betriebe, Arbeitsplätze, Investitionen, Innovationen und die Wahlfreiheit der Verbraucher aufzuzeigen. Anschließend geht der Entwurf in das ordentliche Gesetzgebungsverfahren über, in dem das Europäische Parlament und der Rat den Text prüfen und Änderungen vornehmen können. Dieser Prozess dürfte 2027 beginnen und könnte sich bis 2028 oder darüber hinaus erstrecken.
