„Richtungsweisendes Jahr“: VdeH erwartet 2026 tiefgreifende strukturelle Herausforderungen

26. Februar 2026

Die Tabak Zeitung // Auch zu diesem Jahreswechsel hat DTZ wichtige Verbände der Tabak- und Nikotinwirtschaft dazu befragt, wie sie das neue Jahr einschätzen. Die Gastbeiträge druckt die Redaktion in diesen Wochen. Im sechsten Teil der Reihe äußert sich Oliver Pohland, Geschäftsführer des Verbandes des E-Zigarettenhandels (VdeH).

Das Jahr 2026 wird für die deutsche E-Zigarettenbranche erneut von tiefgreifenden strukturellen Herausforderungen geprägt sein. Während der Fachhandel sich weiter um ein verantwortungsvolles, nachhaltiges und verbraucherorientiertes Marktumfeld bemüht, verschärfen externe Faktoren zunehmend den Druck auf legale Anbieter.

Der ungebremst wachsende Schwarzmarkt entwickelt sich immer deutlicher zur größten Belastung für die Branche. Monatlich gelangen Millionen illegaler Produkte nach Deutschland und werden ohne Qualitätskontrollen, ohne Steuern und ohne Einhaltung von Altersvorgaben angeboten. Die Entwicklung führt zu einem Anstieg von Jugendschutzverstößen, die in der öffentlichen Wahrnehmung häufig der gesamten Branche angelastet werden. Dadurch gerät besonders der verantwortungsbewusst agierende Fachhandel zunehmend unter Druck.

Auf regulatorischer Seite erwarten wir das Verbot von Einweg-E-Zigaretten. Für den Fachhandel hat die Maßnahme jedoch nur begrenzte Relevanz, da er bereits seit Jahren auf wiederverwendbare Systeme setzt.

Von weit größerer Bedeutung ist jedoch der Erhalt von Aromen, die eine zentrale Rolle beim Umstieg von der Tabakzigarette auf die deutlich weniger schädliche E-Zigarette spielen. Mit unserer Kampagne „Wir lieben Geschmack“ sowie der dazugehörigen Petition, an der sich bis Jahresende bereits über 10.000 Konsumenten beteiligt haben, setzen wir ein starkes Zeichen für den Erhalt der Geschmacksvielfalt.

Mit Sorge beobachten wir jedoch, dass ideologisch motivierte Akteure zunehmend versuchen, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zur Risikoreduktion von E-Zigaretten als angebliche „Industrienarrative“ umzudeuten. Die Strategie zeigt, dass hier mit allen Mitteln versucht wird, die weniger schädliche Alternative zur Tabakzigarette zu diskreditieren.

Wir sehen es als unsere Aufgabe, dabei ein klares Gegengewicht zu setzen und einzufordern, dass wissenschaftliche Evidenz die Grundlage jeder Regulierung sein muss, nicht populistische Stimmungen oder interessengeleitete Narrative.

Der zunehmende Druck durch Schwarzmärkte und die wachsende Unsicherheiten hat bereits 2025 zu zahlreichen Geschäftsaufgaben im mittelständisch geprägten E-Zigarettenhandel geführt. Auch 2026 wird das ein zentrales Thema bleiben. Jede weitere Schließung von Fachgeschäften bedeutet nicht nur den Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch den Verlust qualifizierter Beratung und verantwortungsvollem Handeln.

Das Jahr 2026 wird richtungsweisend sein. Als Verband setzen wir uns weiter entschlossen dafür ein, dass der wachsende Schwarzmarkt wirksam eingedämmt wird und verantwortungsbewusste Fachhändler, die Jugendschutz und Verbrauchersicherheit ernst nehmen, geschützt werden.

Ebenso kämpfen wir für den Erhalt der Aromen, die für viele Menschen ein entscheidender Faktor beim Umstieg von der Tabakzigarette sind. Politische Entscheidungen müssen auf Basis einer soliden wissenschaftlichen Basis getroffen werden und nicht ideologischen Strömungen folgen.

Nur so kann die mittelständisch geprägte Branche gestärkt und ihre Zukunftsfähigkeit gesichert werden und nur so kann die E-Zigarette auch in Zukunft ihren Beitrag als weniger schädliche Alternative zur Tabakzigarette gewährleisten.