Schwarzmarkt-Tracker alarmiert

19. August 2026

Die Tabak Zeitung // Der Reemtsma Schwarzmarkt-Tracker zeigt fürs erste Halbjahr 2026 deutlich: Der Schmuggel sowie der illegale Handel mit Tabak- und Nikotinprodukten in Deutschland bleiben ein massives Problem und breiten sich weiter aus.

Die offiziell vermeldeten behördlichen Aufgriffe von illegalen Zigaretten und E-Zigaretten erreichten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits rund zwei Drittel des gesamten Vorjahreswerts. Bei Nikotinbeuteln und Snus liegt der Wert sogar schon jetzt deutlich über dem Gesamtjahr 2025. Auch der mit diesen Aufgriffen vermeldete Steuerschaden ist zum Halbjahr 2026 fast gleichauf mit dem Jahresende 2025. Vor diesem Hintergrund warnt Reemtsma vor einer Steuerpolitik, die den legalen Markt zusätzlich schwächt und den illegalen Handel weiter stärkt.

Basierend auf offiziellen Mitteilungen von Zoll- und Polizeibehörden in Deutschland weist der Reemtsma Schwarzmarkt-Tracker für das erste Halbjahr 2026 mindestens aus:

55.938.553 Zigaretten (2025: insgesamt 86.827.371)
2.489.960 E-Zigaretten (2025: insgesamt 3.564.118)
42.499 Dosen Snus oder tabakfreie Nikotinbeutel (2025: insgesamt 23.741)
25.330.474 Euro Steuerschaden (2025: insgesamt 26.132.821 Euro)
 
Damit erreichen die von Behörden gemeldeten Sicherstellungen illegaler Zigaretten nach einem halben Jahr bereits rund 64 Prozent des gesamten Vorjahreswertes, bei E-Zigaretten sogar rund 70 Prozent.

Noch deutlicher fällt die Entwicklung bei Snus und Nikotinbeuteln aus: Hier liegt der Wert zur Jahresmitte bereits rund 79 Prozent über dem Gesamtjahr 2025. Auch der ausgewiesene Steuerschaden hat nach den ersten sechs Monaten im Jahr 2026 schon rund 97 Prozent des Vorjahresniveaus erreicht.  

Der Reemtsma Schwarzmarkt-Tracker wertet seit Anfang 2025 fortlaufend offizielle Mitteilungen von Zoll- und Polizeibehörden zu Sicherstellungen illegaler oder nicht verkehrsfähiger Tabak- und Nikotinprodukte in Deutschland aus.

„Unser Tracker bildet ausschließlich offiziell gemeldete Sicherstellungen ab und damit nur die Spitze des Eisbergs. Umso alarmierender ist es, wenn die Zahlen schon zur Jahresmitte so hoch ausfallen“, betont Christian Cordes, Director Corporate & Legal Affairs Cluster DACH bei Reemtsma. „Besonders bei Produkten wie E-Zigaretten, Snus und Nikotinbeuteln zeigt sich, wie schnell illegale Anbieter bestehende Grauzonen, Vollzugsdefizite oder wirtschaftliche Ausweichanreize ausnutzen. Wer diesen Markt nicht kontrollierbar reguliert und den legalen Markt zusätzlich schwächt, überlässt ihn den Falschen.“

Reemtsma sieht die geplanten Tabaksteuererhöhungen des Bundesfinanzministeriums vor diesem Hintergrund äußerst kritisch. Zwar sollen höhere Steuern zusätzliche Einnahmen für den Staat generieren. Doch diese Rechnung geht nur auf, wenn der legale Markt stabil bleibt und Verbraucher nicht so stark belastet werden, dass sie verstärkt auf illegale oder grenzüberschreitende Bezugsquellen ausweichen – wie etwa in Frankreich oder den Niederlanden. Aus Sicht von Reemtsma braucht Deutschland eine wirksame und vollzugstaugliche Politik gegen den illegalen Handel mit Tabak- und Nikotinprodukten sowie eine berechenbare Steuerpolitik, die den legalen Markt schützt und kriminellen Netzwerken den Boden entzieht.