Schweden setzt neue Maßstäbe: Niedrigste Raucherquote in Europa

26. September 2025

Die Tabak Zeitung // Schweden verzeichnet mit 5,4 Prozent die niedrigste Raucherquote der EU und hat europaweit die geringste Lungenkrebsmortalität – trotz eines Tabakkonsums auf EU-Niveau. Beim Gipfel „A Better Tomorrow, Today!“ in Stockholm präsentierte British American Tobacco (BAT) aktuelle wissenschaftliche Daten sowie die neue Plattform „Omni“, die evidenzbasierte Tabak-Schadensminderung voranbringen soll.

Der Erfolg Schwedens beruht auf einem pragmatischen Umgang mit rauchfreien Alternativen wie Snus und Nikotinbeuteln sowie auf moderater Besteuerung und umfassender Aufklärung. Bereits die Hälfte der schwedischen Erwachsenen unter 30, die zuvor Snus nutzten, ist auf Nikotinbeutel umgestiegen. Schweden berichtet die niedrigsten Raten von Lungen-, Luftröhren-, Bronchial- und Mundhöhlenkrebs in der EU.

Trotz der Erfolge bleibt Snus außerhalb Schwedens in der EU verboten, was die Diskussion über wissenschaftsbasierte Regulierungen für orale Nikotinprodukte anheizt. BAT setzt sich mit Regulierungsbehörden, Gesundheitsorganisationen und Forschern für verantwortungsvolle Innovation ein. Mit der Plattform Omni fördert das Unternehmen den wissenschaftlichen Austausch zur Schadensminderung.

Rauchfreie Produkte machen inzwischen 18,2 Prozent des BAT-Konzernumsatzes aus – eine Steigerung um 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die steigende Nachfrage nach Nikotinbeuteln verdeutlicht die Bedeutung laufender Forschung zur Sicherheit und Wirksamkeit dieser Erzeugnisse.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Vorträge, Podiumsdiskussionen und Fragerunden. James Murphy, Forschungsdirektor bei BAT, hob hervor, wie wichtig ein breiter Zugang zu rauchfreien Alternativen für erwachsene Raucher ist. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit von Jugendschutz und der Bekämpfung des illegalen Handels.

Epidemiologische Daten zeigen, dass der Tabakkonsum in Schweden dem EU-Durchschnitt entspricht, die gesundheitlichen Folgen jedoch deutlich geringer ausfallen. Die Lungenkrebsmortalität schwedischer Männer liegt 61 Prozent unter dem EU-Schnitt, die allgemeine Mortalität durch tabakbedingte Krankheiten fast 40 Prozent niedriger. Nur zwei Prozent der 16- bis 29-jährigen Schweden rauchen täglich – im Vergleich zu 15 Prozent in der EU.

Seit 2012 hat sich die Raucherquote in Schweden mehr als halbiert. Verantwortlich dafür ist die stärkere Nutzung von Snus, Nikotinbeuteln und E-Zigaretten sowie ein Steuersystem, das rauchfreie Artikel günstiger macht. Schwedens Erfolg basiert auf drei Säulen: verhältnismäßige Besteuerung, Zugang zu risikoreduzierten Produkten und gezielte Aufklärung – nicht auf Verboten. Schweden wird das WHO-Ziel einer rauchfreien Gesellschaft voraussichtlich 16 Jahre vor der EU erreichen.

Asli Ertonguc, BAT-Gebietsleiterin für Westeuropa, betonte die Bedeutung der Verfügbarkeit risikoreduzierter Erzeugnisse für den Wandel im Konsumverhalten. Das wurde bei einer Exkursion zu Händlern in Stockholm anschaulich: Für den Verkauf nikotinfreier Produkte ist keine spezielle Lizenz erforderlich, was Erwachsenen den Zugang erleichtert. Zudem zeigen „Velo-Recycling“-Stationen und Click-and-Collect-Angebote das Nachhaltigkeits- und Innovationsbewusstsein des Markts.

Das Verkaufspersonal berichtete über Geschmackspräferenzen, Alterskontrollen und die kontinuierliche Aufklärung junger Erwachsener. Immer mehr junge Menschen entscheiden sich für Nikotinbeutel anstelle von Zigaretten – inzwischen ist die Hälfte der unter 30-jährigen Snuskonsumenten umgestiegen. In einer Fragerunde bestätigte Nike Örbrink, Fraktionsvorsitzende des Stockholmer Stadtrats, den Wandel: Die Nutzer bestimmen den Markt, Nikotinbeutel sind bei jungen Erwachsenen besonders beliebt.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Präsentation aktueller klinischer Daten zu Nikotinbeuteln, besondere des BAT-Marke „Velo“. In einer im „Journal of Clinical Pharmacology“ veröffentlichte Studie wurden Nikotinabgabe, Nutzerakzeptanz und Sicherheit untersucht. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Schnelle und effiziente Nikotinaufnahme, vergleichbar mit Zigaretten.
  • Nahezu vollständige Aufnahme über die Mundschleimhaut, geringe Belastung des Magen-Darm-Trakts.
  • Hohe Nutzerakzeptanz und Wiederverwendungsabsicht.
  • Geringe Aufnahme von Zusatzstoffen.

Chris Junker, Leiter der Abteilung für Lebenswissenschaft bei BAT, betonte: Die Studien zeigen, dass Nikotinbeutel ähnlich effizient sind wie Zigaretten, aber weniger Schadstoffen abgeben. Bei vollständigem Umstieg erhalten Verbraucher ihre gewohnte Nikotindosis, was das Schadensminderungspotenzial bestätigt. Das Beispiel Schwedens macht deutlich, dass evidenzbasierte Strategien und ein pragmatischer Ansatz bei der Schadensminderung große Erfolge für die öffentliche Gesundheit ermöglichen. Der Erfolg der Skandinavier ist nicht nur national, sondern kann europaweit als Vorbild dienen. Die Veranstaltung in Stockholm setzte ein klares Signal: Nachhaltige Veränderung gelingt durch Innovation, Zugänglichkeit und verantwortungsvolle Regulierung.