Steuern auf Pouches angeregt
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Die Tabak Zeitung // Knallen da etwa die Sektkorken? Ganz soweit ist es noch nicht, aber diese Meldung lässt die Herzen der Hersteller von Nikotin-Pouches höher schlagen: Die Branche erhält Unterstützung von ganz unerwarteter Seite.
Grund ist die angekündigte Anhebung der Schaumweinsteuer. Um 20 Prozent sollen die Abgaben steigen, jährlich rund 455 Millionen Euro in die Kassen des Fiskus spülen. Dabei klagen die Winzer und Kellereien längst über steigende Kosten und sinkenden Absatz. Das wissen auch die zuständigen Landesministerien – und haben einen Brandbrief ans zuständige Bundesfinanzministerium geschickt, wie das rheinland-pfälzische Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten auf DTZ-Anfrage bestätigt. Das Schreiben, datiert auf den 17. Juli 2026 und unterschrieben von acht Ministerinnen und Ministern, macht einen Vorschlag, der zunächst wie ein fieser Trick aussieht:
Die Weinbauregionen sollen wirtschaftlich geschützt werden, der Bund die Steuern lieber auf Nikotin-Pouches erheben. Die Rechnung würde aufgehen: Nach Berechnungen der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft und des Deutschen Steuerzahlerinstituts könnten regulierte Nikotinbeutel bereits 2027 rund 346 Millionen Euro an Steueraufkommen generieren. Bis 2030 könnte das Potenzial auf rund 595 Millionen Euro steigen.
Klar: Die „Weinbauminister“ wollen damit dafür sorgen, dass ihre Klientel unbeschadet bleibt. Doch der Nebeneffekt für die Tabak- und Nikotinwirtschaft liegt auf der Hand: Besteuert werden kann nur ein legalisiertes und zugelassenes Produkt. Also müssten die Pouches für den deutschen Markt freigegeben werden. Für die Hersteller, die seit langem auf ein entsprechendes Behörden-Go warten, wäre das ein Segen.
Gut täte ein solcher Schritt auch den Konsumenten, die sich zurzeit im illegalen Handel, übers Internet und im Ausland eindecken. Trotz eingeschränkter Verfügbarkeit nutzen laut Branchenschätzungen etwa zwei Prozent der Menschen in Deutschland diese Produkte.
Allerdings: Ob der Vorstoß der Weinanbauländer Erfolg hat, steht in den Sternen. Noch bleiben die Korken also in den Flaschen.
