Verlässliche Informationen

9. Juli 2026

Die Tabak Zeitung // Jetzt rennen die Tage bis zu den Dortmunder Weltleitmessen InterTabac, InterSupply und Nubiz. Für DTZ ist das der Anlass, in jeder Ausgabe einem Messeteilnehmer drei Fragen zu stellen. Fokus: Warum sind Sie 2026 dabei? Den Auftakt macht Dustin Dahlmann, Vorsitzender beim Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG).

Herr Dahlmann, welche Themen rund um die Überarbeitung der EU-Tabakproduktrichtlinie und der Tabaksteuerrichtlinie stehen für Ihre Organisation derzeit besonders im Fokus?

Dustin Dahlmann: Für uns stehen zwei Fragen im Mittelpunkt: Wie können erwachsene Raucher beim Umstieg auf deutlich weniger schädliche Alternativen unterstützt werden, und wie lassen sich Jugend- und Verbraucherschutz wirksam gewährleisten? Bei der Überarbeitung der Tabakproduktrichtlinie beobachten wir insbesondere mögliche Regelungen zu Aromen, Inhaltsstoffen und Produktstandards. Aromen sind für viele ehemalige Raucher ein wichtiger Bestandteil des erfolgreichen Umstiegs. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass Verbote nicht zu weniger Konsum führen, sondern den Schwarzmarkt stärken oder Konsumenten wieder zur Tabakzigarette zurückdrängen. Bei der Tabaksteuerrichtlinie ist entscheidend, dass E-Zigaretten regulatorisch und steuerlich nicht mit Tabakzigaretten gleichgesetzt werden. Eine risikoadäquate Besteuerung sollte den erheblichen Unterschied im Schadenspotenzial berücksichtigen. Zu hohe Steuern fördern illegale Märkte.

Welche Rolle spielt das internationale Umfeld der InterTabac und Nubiz für Sie, um Marktpositionen und Perspektiven zu tabakfreien Alternativen einzuordnen?

Dahlmann: Die InterTabac bietet eine wichtige Plattform für den Austausch zwischen Herstellern, Handel, Wissenschaft, Politik und Verbänden aus zahlreichen Ländern. Gerade in einer Phase intensiver regulatorischer Diskussionen ist dieser internationale Blick besonders wertvoll. Viele Länder haben bereits Erfahrungen mit Maßnahmen gesammelt, die in Europa aktuell diskutiert werden. Dazu gehören etwa Aromenverbote, hohe Besteuerung oder Produktverbote. Der internationale Austausch ermöglicht es, die tatsächlichen Auswirkungen solcher Maßnahmen besser zu bewerten und aus Erfolgen wie auch aus Fehlentwicklungen zu lernen. Für uns ist es wichtig, regulatorische Entscheidungen auf Grundlage von Daten, Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen zu diskutieren. Die InterTabac leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.

Wo sehen Sie Bedarf an Orientierung für Hersteller, Handel und Verbraucher?

Dahlmann: Hersteller und Handel benötigen vor allem Planungssicherheit. Derzeit sorgen Diskussionen über Produktverbote, Inhaltsstoffbeschränkungen, Verpackungsvorgaben und Steuererhöhungen für erhebliche Unsicherheit entlang der Wertschöpfungskette. Verbraucher wiederum benötigen verlässliche Informationen über die unterschiedlichen Risiken verschiedener Nikotinprodukte. Viele Menschen wissen heute nicht, dass E-Zigaretten im Vergleich zum Rauchen ein deutlich geringeres Schadenspotenzial aufweisen. Diese Fehlwahrnehmung kann dazu führen, dass Raucher wirksame Alternativen gar nicht erst in Betracht ziehen. Eine faktenbasierte Aufklärung und eine ausgewogene Regulierung sind daher wichtig, um Verbraucher zu schützen und den Umstieg erwachsener Raucher auf weniger schädliche Alternativen zu ermöglichen.