Erfolgreicher Zigarren-Gipfel
Erschienen am:
Die Tabak Zeitung// Die InterTabac 2025 und der erstmals ausgerichtete Cigar Culture Summit spiegeln die aktuellen Entwicklungen der Zigarrenbranche wider. Im Spannungsfeld von Regulierungen, wachsenden Exportmärkten und dem Bedürfnis nach Austausch zeigte die Veranstaltung, wie Hersteller und Händler sich auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen und neue Netzwerke sowie Impulse für die Zukunft der Zigarre setzen.
Die Messe hat gemeinsam mit dem erstmals einen Tag vor dem offiziellen Messebeginn ausgerichteten Zigarren-Event nach eigenen Angaben ein klares Zeichen für die Zukunft der Zigarrenbranche gesetzt. Auf der internationalen Fachmesse präsentierten sich die Hersteller und Dienstleister drei Tage lang in Dortmund als flexible, vernetzte Gemeinschaft, die aktiv auf regulatorische Veränderungen, internationale Märkte und neue Anforderungen des Fachhandels reagiert.
Mit über 170 insgesamt Ausstellern unterstrich die Branchenplattform ihren Status als Leitmesse. Highlights waren Jubiläen wie 75 Jahre BdZ, 100 Jahre Landewyck und 30 Jahre Maya Selva Cigars, nicht zu vergessen das 100-Jahre-Jubiläum der Messe Dortmund sowie zahlreiche Produktneuheiten von Marken wie VCF, Kopp Tobaccos, Valentino Siesto Cigars, Natura Cigars, Artista Cigars und Villiger Söhne. La Flor De Zaida feierte als Messe-Neuling gemeinsam mit Hollywoodstar Ralf Moeller einen besonderen Auftritt.
Bodo Mehrlein, Geschäftsführer des BdZ, bezeichnete die Veranstaltung als „hervorragend organisiert“ und hob die Messe als Plattform für Geschäftsanbahnung und Netzwerkausbau hervor. Zigarren und Zigarillos standen dabei weiter im Zentrum. In den klassischen Zigarrenhallen 4 und 7 herrschte an den Messetagen zum Teil ein dichter Besucherandrang, zum Beispiel am Stand von M.K. & Söhne. Dort war kein Sitzplatz mehr frei. Bereits am ersten Tag wurden zahlreiche Aufträge verbucht. Prominente Gäste wie Rocky Patel, Enrique Seijas, Raymondo Bernasconi oder Daniel Marshall sorgten zudem für großes Interesse. Katharina Kohlhase lobte besonders die gute Zusammenarbeit mit der Messeleitung und die prominente Fläche in Halle 4. Die eigens entwickelte Standarchitektur sowie die schnelle Kommunikation mit dem Organisationsteam trugen laut Kohlhase maßgeblich zum Erfolg bei. Auch bei Don Stefano zogen internationales Publikum sowie Branchengrößen die Besucher an. Investor Thomas Sonnenberg zeigte sich sehr zufrieden mit der Resonanz auf neue Marken wie GH Cigars oder Kafie Cigars. Besonders stolz war Sonnenberg auf den Besuch von Nick und Janine Perdomo und erinnerte an die langjährige Zusammenarbeit mit Nick Perdomo, die ihren Ursprung in Deutschland hat. Sonnenberg bewertet die Messe insgesamt positiv, wünscht sich aber künftig eine stärkere Abgrenzung zwischen Premium-Zigarren und neuen Nikotinprodukten (NGP).
Auf dem Messestand von Kopp Tobaccos drängten sich an allen Tagen nationale und internationale Kunden. Das Konzept wurde überarbeitet, sodass im Vergleich zum Vorjahr eine privatere Atmosphäre vor Ort entstand. Im Gespräch mit DTZ betonte Oliver Kopp, dass sich der Markt für Limited Editions deutlich beruhigt habe. Wenn man wirklich Volumen verkaufen möchte, dann in den Preislagen zwischen 6 bis 10 Euro. Für höherpreisige Zigarren seien gezieltere Strategien gefragt. Das Standkonzept wurde angepasst, um gezielt Fachbesucher anzusprechen. „Bei uns ist der Export in beiden Bereichen, sowohl für Pfeifentabake als auch für Zigarren, stark am Wachsen.“ Auch Private Labels für den Fachhandel gewinnen an Bedeutung. Der Trend gehe klar zu Spezialitäten: „Wir verkaufen wesentlich mehr Flakes als wir tatsächlich liefern können.“ Mit der „Dios del Sol“ präsentiert Kopp Tobaccos darüber hinaus die erste hauseigene Zigarre. Federführend verantwortlich zeichnet Oliver Kopp persönlich. Nach zwei Jahren Entwicklungszeit und über einem Jahr Reifezeit im Aging Room hat das Unternehmen aus Rellingen den honduranischen Longfiller zur InterTabac 2025 vorgestellt. Kopp Tobaccos profitiert von Marktveränderungen und baut das Exportgeschäft weiter aus. Die Nachfrage besteht weiterhin bei klassischen Formaten wie Corona und Toro. Und mit Lea und Daniel hat bereits die nächste Kopp-Generation auf dem Messestand Präsenz gezeigt. Felix Wallenhorst von Villiger berichtet ebenfalls von einer konsequenten Internationalisierung: Neue Produkte werden parallel in Deutschland und der Schweiz eingeführt, die USA werden projektbezogen bedient. Wallenhorst beobachtet einen klaren Trend zu großen Formaten wie Toro und Gran Toro und sieht im Preisbereich von 6 bis 10 Euro ein anhaltend starkes Segment. Premiumprodukte gewinnen weiter an Akzeptanz. Die wirtschaftliche Lage der Branche bleibt stabil, war zu hören. Spezialitäten, steigende Exporte und die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen prägen das Bild. Volumenverkäufe konzentrieren sich auf das mittlere Preissegment, während gezieltes Marketing und Innovationskraft entscheidend für den Erfolg im Premiumsegment werden. Auch der Stand von Schuster Cigars erfreute sich großer Besucherresonanz. Martin Schuster hob die Bedeutung der deutschen Shortfiller-Industrie hervor. Seit 2024 führt er als Geschäftsführer das Familienunternehmen aus Bünde. „Ich glaube, wir haben mit 116 Jahren Tradition einen hohen Qualitätsanspruch“, betonte er. Seniorchef Philipp Schuster zeigte sich „sehr positiv überrascht“ von der Nachfrage am Messestand: „Die Zigarre hat die InterTabac großgemacht.“ Als Anbieter von Premium-Shortfillern sei man hier am richtigen Ort.
Der Cigar Culture Summit präsentierte sich mit einem fünfstündigen Fachprogramm, das von rund 250 Teilnehmern besucht wurde. Themen wie Tradition, Innovation und Verantwortung standen im Mittelpunkt. Ricardo Carioni von The Cigar Academy und PCA hob die Bedeutung von Bildung und Kooperation hervor, während Thomas Gryson die Offenheit und Lernbereitschaft der Teilnehmer besonders unterstrich. Nach Angaben der Messe Dortmund hat die InterTabac 2025 der Zigarrenbranche neue Impulse für starke Netzwerke, Innovationen und eine optimistische Zukunftsperspektive vermittelt. Die Unternehmen sehen sich für die kommenden Jahre gut aufgestellt.
